[./bergsteigen_26_expeditionen.html]
[./diavisionen.html]
[./index.html]
[./bergsteigen_u_expeditionen_expeditionsberichte_zwischenseite.html]
[./alpiner_lebenslauf.html]
[./news.html]
[./projekte.html]
[./bergsteigen_u_expeditionen_bildergalerien_zwischenseite.html]
[#ANCHOR_Text1]
[./bergsteigen_u_expeditionen_befreundete_links.html]
[Web Creator] [LMSOFT]
www.gerhardosterbauer.com
SEVEN SUMMITS

Die „Seven Summits“ sind eines der ganz großen bergsteigerischen Ziele. Vielleicht ein wenig vergleichbar mit der Besteigung aller vierzehn Achttausender, wenn auch nicht ganz so anspruchsvoll.

„Seven Summits“ – das bedeutet die Besteigung der jeweils höchsten Berge der sieben Kontinente unserer Erde. Ein Ziel, das ich erreichen will!

Nach zehn Jahren Expeditionsbergsteigen, die mir enorm viel Freude gemacht haben, begann ich über die großen Projekte in diesem Bereich des Bergsteigens nachzudenken. Von vielen verschiedenen einzelnen Besteigungen und Routen an hohen Bergen einmal abgesehen, blieben letztlich zwei „große“ Ideen übrig: Die eine war der Gedanke, die Besteigung aller Achttausender zu versuchen - die andere die „Seven Summits“. Ich habe mich lange mit beiden Zielen sehr intensiv auseinander gesetzt, und mich schließlich für die „Seven Summits“ entschieden.

Diese Idee zu realisieren bedeutet für mich, alle Kontinente der Erde zu bereisen. Sie bedeutet für mich, verschiedenen Völkern, Kulturen und Religionen zu begegnen. Zu reisen, ist für mich seit jeher eines der ganz großen Abenteuer meines Lebens. Die Berge selbst sind fantastisch! Sie sind unglaublich eindrucksvoll, und keiner gleicht dem anderen. So steht einer von ihnen zum Beispiel im Regenwald Papua Neuguineas – der andere wiederum in der Eiswüste der Antarktis. Und: Einer von ihnen, ist der höchste Berg der Welt! Der Gedanke, diese sieben Gipfel zu besteigen, lässt mich immer wieder tagträumen.

Fünf der „Seven Summits“ konnte ich bereits besteigen. 1992 den Kilimanjaro, 2002 den Aconcagua, 2003 den Elbrus, 2004 den Mount McKinley und 2005 den Mount Vinson. Berichte über diese fünf Expeditionen finden sich auf dieser Homepage. (Berichte). Die verbleibenden zwei Gipfel, Mount Everest und Carstenz-Pyramide sind für die kommenden Jahre geplant. Im folgenden sind alle „Seven Summits“ beschrieben.
ELBRUS

Der Elbrus ist der höchste Berg Europas – auch wenn die meisten Menschen denken, das sei der Mont Blanc. Doch der Mt. Blanc ist lediglich der höchste Berg der Alpen. Das geografische Europa erstreckt sich im Osten bis zum Ural Gebirge und im Süben bis zum Kaukasus. Der Elbrus liegt zwar in der unmittelbaren Nähe des Kaukasus, jedoch steht er 12 Kilometer nördlich der eigentlichen Gebirgskette. Mit 5.642m Meter Höhe ist der erloschene Vulkan der mächtigste Berg seiner Umgebung.

Die Route (Normalweg) ist technisch nicht sehr schwierig. (max. Steilheit etwa 40 °), aber mit 1.900 Höhenmetern sehr lang. Gefährlich ist am Elbrus in erster Linie das sich sehr schnell ändernde Wetter. Innerhalb von nur wenigen Stunden, können vom Schwarzen Meer Ausläufer von Tiefdruckgebieten den Elbrus erreichen, und dort schwere Stürme auslösen. In solchen Unwettern ist es dann so gut wie unmöglich sich zu orientieren, und immer wieder geschehen so Unglücke. Bei guten Verhältnissen ist der Elbrus aber ein sehr schöner und sehr genussreicher Fünftausender.

Den Gipfel des Elbrus konnte ich am 12. Juli 2003 nach nur 5h 34 min von meinem kleinen Zelt auf 3.800 m Höhe erreichen.
KILIMANJARO

Der Kilimanjaro ist der höchste Berg Afrikas. 5.895 Meter hoch steht er einsam und mächtig über der afrikanischen Savanne. Ein wunderbarer Berg auf dem man alle Klimazone unserer Erde durchwandern kann. Regenwald, Steppe, Wüste, und Eis – durch diese Landschaften muss man steigen, um seinen Gipfel zu erreichen. Es gibt mehrere verschiedenen beliebte Aufstiegsrouten, die allesamt als technisch gelten. An manchen gibt es sogar Hütten. Der Kilimanjaro ist ein ausgezeichneter Berg um sich zum ersten Mal an einer etwas größere Höhen heranzutasten, und so wurde er vor schon mehr als zehn Jahren mein allererster Fünftausender, an den ich mich auch heute noch immer wieder gerne zurück erinnere.

Am 20. Dezember 1992 erreichte ich nach vier gemütlichen, wunderschönen Tagen den 5.895 m hohen Gipfel.
ACONCAGUA

Aconcagua – der „Wächter aus Stein“. Ein Berg wie er gegensätzlicher kaum sein könnte. Auf der einen Seite die über 3.000 m hohe Südwand. Schnee, Fels, Eis. Senkrecht. Eine der schwierigsten Wände der Erde. Auf der anderen Seite die Nordwestflanke. Über sie führt der Normalweg auf den 6.962 m hohen Gipfel – den höchsten Berg Südamerikas. Die „Rückseite“ des Berges steigt nur sanft an, ist nirgendwo besonders steil, und weist auch keine schwierigen oder gefährlichen Passagen auf. Sie ist nicht einmal vergletschert, und an manchen Tagen kann man den Gipfel dieses „Fast-Siebentausenders“ sogar ohne Steigeisen erreichen. Ein Umstand, der an keinem anderen so hohen Berg denkbar wäre.

Wenn der Normalweg des Aconcagua auch unter guten Bergsteigern nicht als große Herausforderung gilt, so habe ich ihn doch auch in sehr, sehr schöner Erinnerung. Ich war sehr früh in der Saison unterwegs, nämlich Anfang Dezember. Zu dieser Zeit ist es am Aconcagua noch sehr kalt, dafür liegt noch überall Schnee in den Flanken, und so erscheint der Berg nicht als der „riesige braune Schutthaufen“, als den ihn die meisten Bergsteiger im Jänner, Februar und März erleben.

Nach etwa 10 Akklimatisationstagen bestieg ich den Aconcagua in einem Nonstop Alleingang vom Basislager bis zum Gipfel in nur 11h 25 min. Der Versuch den Gipfel im Alleingang vom Basislager aus direkt zu erreichen, machte den Aconcagua wieder zu einer großen Herausforderung, denn so waren allein im Aufstieg insgesamt 2.700 Höhenmeter zu bewältigen. Noch am selben Tag – am 12. Dezember 2002 – um 17.00 h erreichte ich wieder das Basislager.
DENALI

Der Denali steht im hohen Norden Alaskas und ist der höchste Gipfel des nordamerikanischen Kontinents. Oft wird er auch als „der kälteste Berg der Erde“ bezeichnet. Durch seine Lage im hohen Norden Alaskas sind Temperaturen um – 50° C am Denali keine Seltenheit. Die Mitternachtssonne am Gipfel des Berges im Juni, ist ein weiter Grund, seiner Faszination zu erliegen.

Der Denali zählt auf jeden Fall zu den schwierigen Zielen auf dem Weg zu den Seven Summits. Allein der Höhenunterschied vom Basislager zum Gipfel ist gewaltig: 4000 Meter! Dazu oft tagelange Schneestürme mit Windgeschwindigkeiten jenseits von 120 km/h, die auch außergewöhnliche Anforderungen an die mentale Ausdauer stellen.

Am 3. Juni 2004 um 23:45h stand ich in der Mitternachtssonne am Gipfel des Denali.
 MOUNT VINSON

Wenn ich mich frage, was mich am Mount Vinson am meisten fasziniert, dann ist es wohl weniger der Berg an sich – wenngleich er auch wunderschön ist – als viel mehr der Kontinent auf dem er steht: Die Antarktis! Ein geheimnisvolles, unberührtes Land! Eine Eiswüste, die ihresgleichen sucht! Eine Natur, in einer Wildheit, die wohl einzigartig ist! Der Mount Vinson liegt im Landesinneren, und alleine die Anreise, mit eigens präparierten Flugzeugen, die von der Südspitze Chiles und Argentiniens starten, muss ein Erlebnis für sich sein. Durch den enormen logistischen Aufwand, der hinter einer solchen Expedition steckt, wird der Mount Vinson allerdings auch zu einem sehr exklusiven Ziel, dessen größte Probleme wohl auch in der Finanzierung liegen.

Die technischen Anforderung auf der Normalroute halten sich für einen geübten Bergsteiger eigentlich in Grenzen. Die schwierigsten Passagen sollten 40° an Steilheit wohl nicht übersteigen. Doch die Kälte selbst des antarktischen Sommers wird eine ähnliche, wie jene am Denali sein. Ihr zu trotzen wird eine der größten Herausforderungen sein.

Am 15. Dezember 2005 um 00:30 Uhr stand ich nach 10,5 h Aufstiegszeit vom Lager 1 bei herrlichem Sonnenschein und absoluter Windstille am höchsten Punkt der Antarktis.
MOUNT EVEREST

Der höchste Berg der Welt! Für viele der „Berg der Berge“. Immer ein Gipfel der Superlative – der Everest wurde nie mit gewöhnlichen Maßstäben gemessen. Bis zum heutigen Tag. Das Bild dieses Berges ist durch die mediale Berichterstattung und zahllose Bücher, welche über unzählige Erfolge und Katastrophen an ihm geschrieben wurden, längst so sehr verzerrt, dass wirklich nur mehr wenige Insider einen klaren Blick auf die Realität haben. Wurde er früher als „Killerberg“ bezeichnet, so soll er inzwischen ja schon von jedem dritten halbwegs begabten Wanderer besteigen worden sein. Die Wahrheit liegt – so nehme ich einmal an – wie so oft in der Mitte.

Wie auch immer, ist der Everest – mit seinen 8.848 m der höchste Berg der Welt – ein Traumziel für ambitionierte Bergsteiger geblieben. Für mich ist er jedoch nicht nur der höchste aller Gipfel. Everest – das bedeutet für mich in erster Linie Geschichte – Historie, die bis in die 1920er zurückreicht! Die ersten Versuche der Engländer an der Nordseite sind ein absolut faszinierendes Kapitel des Alpinismus.

Ich habe den Mount Everest in meinem Leben bisher drei Mal gesehen, und jedes Mal erschien er mir wie eine Gottheit. Chomolongma – „Göttin Mutter der Erde“ so der tibetische Name, ist nicht von allzu weit hergeholt.

Am Everest gibt es zwei „Normal-Routen“. Beide sind etwa gleich schwierig. Und das will bei einer Höhe von 8.848 m etwas heißen! „Hillary-Step“ auf der Südseite, „Second Step“ auf der Nordseite – so heißen die Schlüsselpassagen. Doch der Schlüssel zu einem Erfolg am Everest liegt bestimmt nicht nur in einer einzelnen Kletterstelle. Um den Gipfel des Everest zu erreichen, muss einfach alles zusammen spielen. Vom Wetter, über die eigene Gesundheit, bis hin zum Glück, das wohl auch einfach notwendig ist, um den höchsten Berg der Welt zu besteigen.
CARSTENZ PYRAMIDE

Die Carstensz Pyramide ist ein faszinierender Gipfel im Regenwald von Papua. Der fünftägige Anmarsch zum Berg mit den Dani-Indianern aus dem Illagatal ist ein großes Erlebnis. Es ist jedoch nicht einfach, den Berg überhaupt zu erreichen. Viele Expeditionen scheitern schon an dieser Aufgabe.

Ist es einmal geschafft, den Fuss der Nordwand der Carstensz Pyramide zu erreichen, dann wartet eine herrliche Kletterei im III. bis IV. Schwierigkeitsgrad in perfekten, eisenfesten Kalk. Die gesamte Route ist im Augenblick (Herbst 2009) mit Fixseilen versichert. Die originellste Passage der Route ist ein "Flying Fox" am Gipfelgrat, wo man früher eine Seillänge V+ klettern musste. Diese Stelle ist heute somit um vieles leichter geworden.

Am 28. Oktober 2009 erreichte ich nach etwas mehr als drei Stunden Kletterei gemeinsam mit meinem Seilgefährten Gerald Fiala - der mich auch schon am Mount Vinson begleitet hatte - den Gipfel der Carstensz Pyramide.